30.12 - 5.1.06

Day 7 - 5. Januar 2005

Wiederum sintflutartiger Regen in der Nacht und bewoelkter Himmel am Morgen,
und diesmal wirklich kein Wind. Erst am Mittag liefen wir bei 5-7kn SE aus.
in diesen Bedingungen wurde auch gestartet, aber der Wind war sehr instabil
und begann bereits waehrend der Startphase zu drehen. ich hatte einen guten
Start, und weil der Wind bereits 20 Grad nach links gedreht hatte wendete
ich sogleich. Dass war der kapitale Fehler des Laufes, zusammen mit meiner
Sturheit, auf den Dreher retour zu warten. Der kam naemlich nie, die erste
Kreuz war praktisch ein Anleger mit Wind von Backbord. Waehrend dem
restlichen Lauf gelang es mir, noch einige Plaetze gutzumachen, der 29.
laufrang war trotzdem mein Streichresultat (allerdings immer noch 1. haelfte
goldfleet).

Fuer den 2. Lauf aenderte das komitee eigentlich nur die startlinie, links
hatte es immer noch mehr wind, und somit gab es nur ein rezept, links raus
und wenden. Das wollten jedoch alle, und da ich nicht extrem links gestartet
war, musste ich mich bei 8-12kn und choppy waves durchkaempfen. Das gelang
mir diesmal besser, mit der ueberzeugung, dass mich im ersten Lauf 'nur'
taktische fehler auf der ersten Kreuz an einem besseren Resultat gehindert
hatten, arbeitete ich mich in die Top 10 vor. Mein Ziel war es, mit diesem
letzten Lauf meinen Top 10 Platz im Gesamtklassement und meinen 5. Platz im
Damenranking zu halten (Jo und Sam, Damen6. und 7. sind beides eher
Leichtwindspezialistinnen...). Ich liess beide hinter mir und auch wenn es
auf den ersten Blick nicht so toll aussieht war der 10. Rang zum Schluss
einer der wichtigsten Laeufe. After all, meine Tagesklassements-bilanz
10/11/7/7/7/8 ist besser als auch schon - und das obwohl die Finals eher
Leichtwind waren. (einige Aussies haben die Meisterschaft auch als 'Light
Wind Championship' bezeichnet - ich als Swissie wuerde sagen, alles ist
relativ).

Abends gabs noch eine umfangreiche Preisverteilung (3 Klassen, diverse
Master, Junior und Women's subdivisions in verschiedensten Kombinationen...)
mit einem ueppigen Buffet. Nat und ich gingen recht frueh zu bett, da wir am
naechsten morgen den flug nach melbourne hatten. (vermeintlich um 8.50, aber
dass ist eine andere story)

nun also sind wir gut angekommen, alles hat geklappt, da wir 7 Leute bei
Krystal waren hat sie Nat, Veronika (Cze) und mich bei Freunden
einquartiert, es ist hier noch besser als wenn wir bei Krystal waeren, da
wir zu Fuss (via Strand) zum Club gehen koennen (knapp 10min). Krystal wohnt
10autominuten vom Club. das Haus ist super, Sicht auf Meer und Hafen, der
Strand gleich ueber die Strasse. Heute morgen war ich auf dem Klippenweg
joggen, es ist traumhaft schoen hier, das Wasser ist klar, und die
Felsklippen sind roetlich. zudem sind die Temperaturen etwas angenehmer, die
Luft ist trockener, eher wie wir es von zu Hause gewoehnt sind.
(Dementsprechend gut haben wir geschlafen).

Heute Nachmittag waren wir bereits in der Stadt und haben die erste Haelfte
der Touristen-Runde absolviert, morgen nehmen wir die Laser in Empfang und
gehen am Nachmittag auf die 2.Haelfte Sightseeing. Wir sind alle noch
ziemlich muede und geniessen die 2 Tage Pause - die Regatta (6 Tage am
Stueck) beginnt uebermorgen. Eingeschrieben sind bisher nur 14 Radial
Damen,es wird also vergleichsweise familiaer.



Day 6 - 4. Januar 2005

Massiver Regen in der Nacht und grauer Himmel am Morgen - das Jogging fand
heute beinahe bei angenehmen Temperaturen statt!

Dafür hatte es vorerst etwas weniger Wind, zum 1. Lauf starteten wir bei
8-12kn. Ich versiebte die Startkreuz trotz einem passablen Start deutlich
und rundete die Luvboje in den letzten 20... auf dem Vorwind konnte ich
einige Plätze gutmachen, die ich aber auf der Kreuz wieder abgab. Wiederum
holte ich auf dem Vorwind auf, und diesmal hatte ich begriffen, wie der Hase
lief und setzte die Aufholjagd auf der letzten Kreuz und dem Vorwind fort.
Schliesslich wurde ich noch 21.

Für den 2. Lauf hatte der Wind aufgefrischt, ca. 16-18kn, und trotz eines
eher schlechten Starts war ich an der Luvboje um Rang 10. Die 2. und 3.
Kreuz gelangen mir sehr gut und ich rundete vor dem letzten Vorwind als 4.
dort verlor ich jedoch noch 4 Plätze, v.a. weil ich rechts rausfuhr statt
innen abzudecken (und der Speed war auch etwas von gestern). Ich konnte
jedoch den Anschluss halten und profitierte auf der Zielkreuz davon, dass
sich die 3 Boote vor mir gegenseitig kontrollierten. Mit ca. 25m Abstand zum
nächsten Boot hinter mir war das Verlustrisiko gering und so machte ich
einen Schlag rechts raus, was mir schliesslich 3 Plätze und den 5. Laufrang
einbrachte.

Im Gesamtklassement bin ich immer noch 7., allerdings darf ich mir heute
keine gröberen Ausrutscher mehr leisten, wenn ich dort bleiben will.

I'm doing my best, we'll see...

Day 5 - 3. Januar 2006

ziemlich windig heute, einige 'harte' Standardsegler meinten zwar es sei
nicht mehr als 20kn gewesen, ich bin da anderer Meinung... zudem hatten wir
kurze, spitze Wellen, die v.a. auf der Kreuz ziemlich mühsam waren.

Im ersten Lauf hatte ich einen recht guten Start, konnte mich jedoch
speedmässig nicht so sehr mit den Bedingungen anfreunden. Auf dem ersten
Vorwind verlor ich ca. 5Plätze, die ich auf der Kreuz aber wieder
zurückholte. Leider reichte es bis zum Schluss nicht, die beiden Girls vor
mir (Sarah Blanck & Mel Dennison) abzufangen.

Der zweite Start war nicht so toll, ich nahm zu spät dicht und musste mich
freisegeln. Meinen 5. Platz nach der ersten Kreuz konnte ich jedoch halten,
ich versuchte auf dem Vorwind viel aktiver & agressiver zu segeln, was mir
(teilweise) auch gelang. Auf jeden Fall hatte ich den Eindruck, dass ich auf
jedem Vorwind etwas schneller wurde, das ist ein gutes Zeichen. Dafür ist
mein linkes Handgelenk ziemlich k.o.

Day 4 - 2. Januar 2006

Alles sah heute morgen perfekt aus - Sonne, Wind, wie gehabt. Doch bereits
beim Start zum 1. Lauf flaute der Wind ab - nach einer äusserst mühsamen
Startkreuz bei 2-10kn drehend war ich irgendwo am Ende der Fleet, ich hatte
die Option links gewählt, der Wind jedoch nach rechts gedreht. Der Halbwind
wurde zum Vorwind, der Vorwind beinahe zur Kreuz, und als der Wind aus Osten
mit 20kn einfiel, war das Chaos perfekt. Das Komitee versuchte es mit einer
Kursänderung, der aber niemand folgte (weil keiner die Boje fand). Ich fand
sie nach intensiver Suche und hätten wir den Lauf weitergesegelt, wäre ich
wohl in den Top 5 bei besagter Boje gewesen... richtigerweise wurde aber
abgeschossen und neu gestartet (Race 5 wurde gestrichen und wir fuhren mit
Race 6 weiter).

Diesmal hatte unsere Supergruppe (die 6 besten Frauen alle in Yellow) den 2.
Start, ich kam im Lee ziemlich unbehindert gut weg, zusammen mit Sarah
Blanck und Melanie Dennison (beide AUS). Der Rest ist schnell erzählt, 1. an
der Luvboje, 2. hinter Sarah (ziemlich schnell auf Vorwind!) an der Leeboje,
1. wieder an der Luvboje und 2. nur 5m hinter Sarah im Ziel. An dieser
Regatta freue ich mich zum ersten Mal auf die Vorwinder - heute hats mich
nicht mal gestresst, zu wissen das Krystal Weir und Jo Aleh (beide schnelle
Vorwindseglerinnen) gleich hinten dran waren. Und es ist cool, sich auf der
Kreuz nicht vergebens abzuchrampfen um die Plätze auf dem Vorwind wieder zu
verlieren, sondern zu wissen, dass ich einen Top 3 Platz auch ins Ziel
bringen kann!
Übrigens waren in unserer Supergruppe 4 der ersten 5 Girls, in der anderen
Gruppe war die beste Dame 8. ... (es wurde uns versprochen, morgen sei die
Einteilung etwas ausgeglichener)

so sieht die Welt heute abend ziemlich gut aus, ich konnte mich im
Overall-Klassement auf den 7. Platz verbessern. Morgen sind noch 2
Qualiläufe und dann gibts auch einen Streicher. Für meine Handgelenke bin
ich mittlerweile zu Schmerzmitteln zurückgekehrt, spürte heute auf dem
Wasser jedoch trotzdem ein Ziehen.



Day 3 - 1. Januar 2006

Heute ist 'Layday', ein bisschen Ferien in Sonne, Sand & 35°C...


Day 2 - 31. Dezember 2005

Hello everybody,

bei traumhaften Segelbedingungen wurden heute Race 3&4 ausgetragen. Wind
10-16kn, etwas instabiler und drehender als gestern. Dafür war die
Startlinie heute länger ;-)

Nathalie und ich waren beide in der Yellow Group, die heute jedoch den 2.
Start (nach Blue) hatte. So kamen wir in den Genuss von 1h Wartezeit vor dem
ersten Lauf. Corinne erwischte einen guten Start, verpasste dann einen
Dreher, konnte jedoch ihren Top 10 Platz halten. Nathalie kämpfte wiederum
im sehr dichten Mittelfeld und segelte auf Rang 24.

Im zweiten Lauf fanden wir uns beide an der Luvtonne in den Top 10 wieder,
Corinne konnte auf dem Vorwind und der darauffolgenden Kreuz sogar noch
einige Plätze gutmachen. Nathalie hielt sich um Platz 10, verlor jedoch auf
der Zielkreuz noch ein 'Päckchen' von 5 Booten - die Abstände sind wirklich
minim!


Happy New Year to everyone!
Corinne & Nathalie



Day 1 - 30. Dezember 2005

Ein langer Tag liegt hinter uns.
- 11.30 Skippermeeting
- 12.15 Auslaufen
- 13.40 erster Startversuch der Yellow Group (vorgesehen 13.30)
- 14.15 Start Yellow
- 14.30 erster Startversuch Blue Group (Nat+Coco)
- 15.00 Start Blue (Wind 17-20kn O)

Naja, so geht die Zeit auch vorbei. es hilft natürlich nicht, wenn die
Startlinie eher eine Länge für 30 als für 60 Schiffe hat und die Strömung
von hinten kommt.
Mein erster Start war schlecht (2. Reihe), ich konnte mich jedoch befreien
und rundete die Luvboje als 3. Auf dem Vorwind gewann ich noch 1 Platz (!)
und auf der darauffolgenden Kreuz übernahm ich trotz Kamikazetaktik
(,einfach schnell, egal wohin') die Spitze. Der 2. Vorwind war etwas weniger
berühmt, der Wind hatte etwas gedreht und war somit nicht mehr im selben
Winkel zu den Wellen, was mir etwas Mühe machte. Laura Baldwin GBR
(Olympia-Teilnehmerin 2004) passierte mich. Das machte ich auf der 3. Kreuz
allerdings wieder rückgängig und ging mit ca. 50m Vorsprung auf den
Halbwind. Bis zum Vorwind war die Distanz auf 20m geschrumpft, doch
erstaunlicherweise fuhr ich auf dem Vorwind allen davon und konnte den Lauf
ungefährdet gewinnen.

Vor dem 2. Lauf wiederholte sich das Startprozedere beinahe in voller Länge
(gäähn), und da es schon spät (17.00) war, machte sich das Komitee nicht die
Mühe, die Linie senkrecht zum Wind auszurichten, frei nach dem Motto ,schaut
selbst wie ihr drüberkommt' (mit Wind von Stb. ziemlich schlecht.). Ich
selbst kam hundsmiserabel über die Linie und hatte so die einmalige Chance,
auf dem Vorwind Plätze gutzumachen, was mir auch gelang. In der Folge konnte
ich meine Position (2. Dame) halten, obwohl ich mit einer besseren Taktik
auf dem 2. Vorwind nochmals hätte gewinnen können. Dafür war die Leebanane
auf dem letzten Halbwind eine gute Option, ich rundete im Lee der ersten
Dame und übernahm die Damen-Spitze. bis ein netter Junge aus Singapur (der
mir schon an der Luvboje beinahe ins Boot gewendet hatte) beschloss, mich
über die Layline rauszufahren. 3m = 3 Plätze. Das ist schon etwas ärgerlich,
nachdem ich mich im abflauenden Wind (10-13kn) stetig nach vorne gekämpft
hatte.

Alles in allem bin ich aber sehr zufrieden, mein Schwerpunkt, die
Vorwindkurse, klappt bisher sehr gut, das Ziel ist es, den Speed während der
ganzen Meisterschaft beizubehalten und noch etwas mehr auf die Taktik zu
achten. Auf die Starts war ich heute nicht fokussiert, ich war zu wenig
agressiv und verteidigte meine Position nicht konsequent. Da ich weiss, dass
ich das besser kann, werde ich versuchen, etwas agressiver zu starten.

Die unschöne Überraschung war am Abend 1l Wasser in meinem Laser. wir haben
das Leck gefunden und repariert und hoffentlich bleibt das Wasser morgen
unter dem Boot!

Voilà, das wärs für heute, morgen schick ich dann zusätzlich noch den
Aktivitätsnachweis vom Dezember.

lg, Corinne