22.-26. März 2006

26. März
Die Medal Races sind bisher wirklich nicht mein Ding... meine Vorbereitung
war diesmal deutlich besser als in Melbourne, und das Gefühl vor dem Start
gut. Der Start selbst jedoch war dann etwas zu gut, laut externen
Beobachtern ca. 30cm. Das Race hätte ich auf dem 3. Platz beendet. Hätte -
wäre - wenn... ich werde mich sicher weiterhin intensiv mit dem Thema Medal
Race auseinandersetzen. Die verpasste Chance fuchst mich natürlich, aber die
Welt geht deswegen nicht unter, wenn ich im nächsten Medal Race den Start
von Melbourne und den Rest von Riva zusammenbringe, siehts schon ganz gut
aus :-)

Auch bei dieser Ausführung gab der Lauf viel zu reden, v.a. bei den
Französinnen, die, nach der Quali an 2. und 3. Stelle liegend, "dank" Yellow
Flags kurz vor dem Ziel auf den 6. resp. 9. Platz zurückfielen.

Übrigens pfiff die Jury während der ganzen Regatta sehr streng, alleine am
ersten Tag verteilte sie bei den 80 Standards 21 Strafen wegen Pumpens, es
gab Segler mit 4 oder 5 Strafen, und mehrere Radialseglerinnen wurden sogar
bei ca. 20kn auf der Kreuz gepfiffen!

Jetzt bin ich wieder zu Hause (und bereits wieder an der Hochschule), am
Freitag fahre ich nach Lugano und danach Diano Marina für Europacup-Regatten
- ohne Medal Race.

Corinne
SUI 179395

25. März 2006
Der Blick aus dem Fenster heute morgen verhiess einen windigen Tag: Sonne
und annähernd frühlingshafte Temperaturen. Der Wind war pünktlich und das
Regattakomitee auch, wegen eines Winddrehers musste der erste Start
allerdings nochmals verschoben werden.

Im ersten Lauf wählte ich als einzige der Top 10 die "extrem
rechts"-Variante, und war damit erste an der Luvboje. Auf dem Vorwind verlor
ich 2 Plätze, die Polin konnte ich jedoch auf der Kreuz wieder überholen.
Für den Laufsieg reichte es dennoch nicht, es fehlte im Ziel nur gut eine
Bootslänge.

Nach einem erneuten Winddreher war die Startlinie für den zweiten Lauf im
Lee bevorzugt, wo ich auch startete, jedoch verlor ich den Zweikampf mit
Solenne und startete schlecht (2. Reihe). Nachdem ich die linke Seite
ausprobiert hatte und an der Luvtonne ca. 25. war, beschloss ich, mein
Handgelenk (das rechte hat sich seit gestern abend wieder bemerkbar gemacht)
zu schonen und zurückzusegeln.

voilà für heute, morgen gibts zu unbekannter Zeit an unbekanntem Ort ein
Medal Race - we'll see...

Gruess, Corinne

24. März 2006
Hier unten wirds immer kälter... heute mussten wir ganz auf die Sonne
verzichten und bekamen im Austausch Regen - schlechter Deal! Trotzdem
konnten wir 2 Läufe segeln, der erste wurde bei ca. 18kn gestartet, während
des Laufes fiel der Wind jedoch auf 6-12kn zusammen. Mehr hatte es dann auch
im 2. Lauf nicht.

Mein Tag (7-7) war an Konstanz nicht zu überbieten, während ich jedoch mit
der Ausbeute aus dem ersten Lauf zufrieden bin (ich konnte auf dem letzten
Vorwind noch die Tschechin überholen und ein Paket von 3 Booten hinter mir
halten), wäre im zweiten nach einem super Start und ebensolchen Startkreuz
mehr dringelegen. Auf der zweiten Kreuz verlor ich jedoch 3 Plätze, da der
Wind etwas mehr links drehte, und auf dem abschliessenden Vorwind nochmals
deren zwei - der Schulbuchlogik zufolge hatte ich die rechte Seite gewählt.

Zwischen den Läufen gab es halbgefrorene Bananen und Müesliriegel - ein
echter Genuss!

bis morgen
Corinne

23. März 2006
Noch mehr Wind heute, 18-22kn mit einer schön kurzen, steilen Welle. Während
die Standards nach 2 Läufen Feierabend hatten (Ende der Qualifikation) gabs
für die Radial bei immer mehr Wind noch einen Dritten.

Nach einem schlechten Start im ersten Lauf konnte ich mich noch etwas
zurückarbeiten, die Spitze war jedoch weg. Die Vorwinder waren besser als
gestern, es hatte mehr Wind und man musste weniger mit der Grossschot (=mit
den Armen) arbeiten. Im zweiten und dritten Lauf startete ich rechts, wobei
im dritten die rechte Seite nicht mehr ganz so stark bevorzugt war. In
beiden Läufen war ich 4., im dritten kenterte ich auf dem 1. Vorwind jedoch
und verlor die entscheidenden 4 Plätze (die 100m Vorsprung auf die
9.platzierte Steffi zählen da auch nichts.).

Mittlerweile tut so ziemlich alles weh ausser die Handgelenke. Der Abend
bringt auch nicht viel Erholung, zuerst musste ich beim Beschlag am Baum
neue Nieten reinmachen und den Cunningham wechseln, dann kurzes Workout,
laaanges Stretching und Bericht schreiben... jetzt gehts zum Nachtessen und
danach so schnell wie möglich ins Bett, wer weiss, vielleicht hats morgen
wieder Wind ;-)

Liebe Gruess
Corinne


22. März 2006
Heute also der erste Regattatag. Er begann erfreulicherweise mit Sonne und
dementsprechend konnte man windmässig die "Standard-Gardaseethermik"
erwarten. Am Morgen (ohne Wind) war es geradezu mild, für kurze Zeit hatten
wir T-Shirt-Wetter. Mit ein wenig Verspätung liefen wir aus, unsere Course
Area ist jedoch ziemlich nahe und so startete die erste Gruppe Laser
Standard um ca. 13h30.

Die drei Läufe kann man ungefähr auf einen Nenner bringen: Start im Lee
bevorzugt, wenden, Speed rechts raus, wenden, evtl. kleiner Holeschlag an
die Boje. Dann ein kurzer Halbwind und ein umso längerer Vorwind (rechts
raus empfahl sich nicht, wie sich zeigte). Im ersten und 3. Lauf segelten
wir nur einen "Loop", im mittleren deren 2.

Mit den Läufen 4-6-2 bin ich zufrieden, nur im mittleren wäre mehr drin
gelegen, ich lag bis 1 Vorwind vor Ziel in Führung, dann rutschte mir erst
die Grossschot durch die Finger (ich konnte die Kenterung knapp verhindern)
und dann liess ich mich von einer Böe zu weit nach rechts "abtreiben".
Generell merkte ich, dass mir die Kraft in den Armen und Händen etwas fehlt,
hat aber wohl auch mit der Kälte zu tun. Dafür schmerzen meine Handgelenke
auch nach 3 Läufen bei 15-18kn nicht!

So, jetzt schnapp ich meine Siebensachen und geh nach Hause - auslaufen,
Stretching, Dusche und schlafen.

Gruess, Corinne


21. März 2006

Seit gestern Nachmittag bin ich in Riva del Garda. Von Frühling ist auch
hier noch nichts zu spüren, es ist kalt und gestern blies dazu auch noch der
Wind mit 4-5 Bf. Wir (Nathalie Brugger und ich) nutzten den Rest des Tages
zum Bootsputz inklusive polieren. Am Abend checkte ich dann auch noch in der
altbekannten Jugi ein.

Heute hatten wir ausschlafen und ein bisschen Segeln geplant. Das
Ausschlafen funktionierte hervorragend, nur schlief leider auch der Wind.
Deshalb genehmigte ich mir erst einen Teller Pasta im Club. Mit dem Wind kam
dann etwas später allerdings auch der Regen, was die Bedingungen nicht
wirklich freundlicher machte. Nach dem Motto "es gibt kein schlechtes
Wetter, nur schlechte Kleider" wagten Nath und ich eine Trainingseinheit bei
5-7kn einschlafendem Wind.

Dabei bewährte sich auch meine neuste Erfindung, nach dem Sonntag in
Maccagno mit eingefrorenen Füssen habe ich die Füsslinge von Adis
ex-Winterneopren (danke Brüeder ;-)) zu Stulpen zurechtgestutzt. War schon
viel wärmer!

Morgen um 13 Uhr ist der erste Start, Meteo bewölkt und Leichtwind.

Gruess,
Corinne