Sie sind hier: Berichte EM Scheveningen

26. Juli - 13. August 2007

No4

Corinne hat im Moment ein Problem mit dem Internetzugang -- ein nächster Tagesbericht erfolgt deshalb erst heute Abend.

Gestern war im Prinzip eine Wiederholung des Vortages: die Windaussichten waren sehr schlecht, das Race Committee nervös und liess die Segler 9 Stunden auf dem Wasser verbringen. Ein vierter Lauf wurde "reingewürgt" und damit das Minimalsoll der Qualifikationsserie erfüllt, ein weiterer Versuch wurde abgebrochen, als die ersten 3 Teilnehmerinnen bereits im Ziel waren. Die Qualifikationsserie wurde deshalb ohne Streichresultat abgeschlossen mit entsprechenden Auswirkungen für die Frühstarter.

Trotz eines 38. Ranges (hoffentlich das Streichresultat....) ist Corinne komfortabel in der Goldfleet und damit dort die einzige Schweizerin. Heute und morgen geht es mit den Finalläufen weiter, für heute ist um die 10 Knoten Wind angesagt -- die Aufgabe bleibt aber auch da schwierig bei 4 Knoten Strömung.

Bis zum nächsten Bericht -- hoffentlich wieder direkt aus Scheveningen.

No3

Das Regattakomitee nimmt die Fäden in die Hand... nachdem wir gestern den ganzen Tag an Land warteten und schliesslich gar nicht ausliefen (gerüchteweise waren die Wellen zu gross, d.h. es war zu gefährlich (?) oder das Komitee konnte mit Wellen und Strömung keine Bojen setzen, die 18kn Wind können jedenfalls nicht der Grund gewesen sein), segelten wir heute in 7h 1 Lauf.

Der erste Start erfolgte bei ca. 5kn NW-Wind und 1.5kn Strömung aus NO, ich konnte speedmässig nicht ganz mit den Besten mithalten und rundete ca. als 30. Im Lee war ich dann ca. 10. (ich brauchte ca. 1.5 minuten um die Leeboje gegen die Strömung zu runden, eine kleine Böe erlöste mich schliesslich) und dem netten Anleger (sprich Halbwind) an die Luvtonne 6. Auf dem letzten Vorwind wurde der Lauf dann jedoch bei unveränderten Bedingungen abgeschossen. Eine magere Leistung, entweder vorher beenden oder laufen lassen, wir sind ja schon 2 Läufe im Rückstand.

Nach etwas Warterei durften wir dann doch noch einen vollen Lauf segeln, in der Stunde, in der die Strömung abflaute und um 180° drehte reichten 5-10kn um den Parcours zu beenden. Ich startete bei Blackflag gut im Lee, gleich nach dem Start hatten wir jedoch einen 20° Rechtsdreher inkl. Böe, ich war Letzte. An der Leetonne war ich immer noch 30m zurück, konnte auf der 2. Kreuz zumindest 3 Plätze aufholen. Danach drehte die Strömung, aber offenbar wollte sich das niemand zunutze machen, alle segelten noch nach der "alten" Strömung. So überholte ich noch mehr oder weniger elegant auf Vorwind und Halbwind 14 Boote, zusammen mit den BFDs war es immerhin noch ein 30. Rang. Aufgrund der vielen BFDs fiel ich damit im Gesamtklassement nur 5 Plätze zurück, wir haben jedoch noch kein Streichresultat. Morgen sollte die Qualifikation abgeschlossen werden, die Windprognosen sind jedoch miserabel.

Vielen Dank für die "Anfeuerung" aus der Schweiz, bei der mässigen Stimmung hier tut das gut!

No2

Heute die ersten 2 EM-Läufe, ich startete in der blauen Gruppe. Regen und Kälte machten das Auslaufen nicht gerade zum Vergnügen, jedoch wurde es nur noch besser: mehr Sonne und mehr Wind (von anfänglich 8-12kn bis zu 17kn) und Wellen (bis zu 3m).

Im ersten Lauf starteten wir bei starker Strömung aus NO und Wind von NW, segelten praktisch nur mit Wind von Backbord und wurden automatisch zur Boje getrieben. Ich hatte einen guten Start, und konnte meine Strategie umsetzen und praktisch sofort wenden. Danach gab es nicht mehr viel zu tun, ich wendete noch einmal und rundete die Luvboje als 2. Auf dem Vorwind lief es eher mässig, ich verlor 1 Platz und einen weiteren auf der Kreuz, war jedoch auf dem Halbwind schnell und holte ca. 50m auf. Der 2. Vorwind war verklemmt, ich kam nie in den Wellenrhythmus und verlor leider noch viele Meter und 3 Plätze.

Der Start im 2. Lauf verpatzte ich ziemlich, ich war schätzungsweise im letzten Drittel des Feldes. Mit einem guten Bootsspeed auf Kreuz und Halbwind und deutlich besseren Vorwindern (dank einem kleinen Intensivtraining zwischen den Läufen) konnte ich mich noch nach vorne arbeiten, die Top 10 hatten jedoch zu viel Vorsprung.

Mit den Läufen 7 und 12 bin ich 18. im Zwischenklassement (Total 105 Seglerinnen) und bis auf die erwähnten Fehler (Vorwind im 1. Lauf, Start im 2.) zufrieden mit meiner Performance. Wenn die Bedingungen so bleiben, geht es nun vor allem auch darum, sich jeweils gut zu erholen, um am nächsten Tag topfit an den Start zu gehen. Deshalb - gute Nacht :-)

No 1

3 weitere Tage Training bei Nordost- (Montag) bzw. Südwestwind (Mittwoch/Donnerstag), Dienstag blieb die Rampe geschlossen, nach einer stürmischen Nacht beschloss die Organisation aus Sicherheitsgründen niemanden aufs Wasser zu lassen. Sicherheit (?) ist hier ohnehin gross geschrieben, der Hafen darf nur in Begleitung eines Motorbootes und mit Ankündigung via Funk an den Hafenmeister verlassen werden - bei ca. 1.5 "grossen" Schiffen pro Tag, die ein- und ausfahren etwas übertrieben.

Gestern und heute beschäftigte uns im Training vor allem die Strömung, heute machten wir Startübungen, die Boje war 3-fach geankert und wurde vom Wasser mitgerissen wie wenn sie in einem Bergbach gesetzt wäre. Wir waren quasi immer am Aufkreuzen (bei ca. 15-17kn!), nur um auf der Startlinie zu bleiben! Mit ein paar Lasern mehr auf der Linie kann das dann so richtig lustig werden, speziell wenn die Strömung aus der andern Richtung kommt und uns in ebensolcher Geschwindigkeit über die Startlinie treibt...

Ansonsten bin ich nach einem Bastelstündchen heute morgen nun auch bootstechnisch ready für die Regatta, morgen trainieren wir nochmals, am Samstag nehme ich mir frei, Sonntag ist der erste Lauf der EM.

Gruss aus windy+rainy Scheveningen