6. - 12. März 2008

No4

Mit dem heutigen Training, 3.5h Speedtests bei böigem Südwestwind, ist meine WM-Vorbereitung eigentlich abgeschlossen, morgen habe ich frei und werde unsere Vulkaninsel (siehe Bilder) von nahem besichtigen. Am Freitag ist dann der Vorstart zur Regatta mit Vermessen und Practice Race bevors am Samstag richtig losgeht.

Nach einer Woche hier in Neuseeland fühle ich mich bestens vorbereitet, sowohl physisch (ich konnte hier täglich im Meer schwimmen - ein Privileg, das ich genossen habe!) als auch mental. Zudem konnte ich mir die Unterstützung des lokalen Tornadoseglers Aaron McIntosh sichern, der mich während der WM coachen wird. Aaron ist ein erfahrener Board- und Tornadosegler (4. in Atlanta 1996, 3. in Sydney 2000 sowie 3x Weltmeister im Mistral), hat bereits an der RS:X WM eine spanische Windsurferin gecoacht, und selbst an der Tornado WM den 12. Platz belegt und damit Neuseeland einen Startplatz an den Olympischen Spielen gesichert. Von 2000-2003 arbeitete er für Oracle BMW (Americas Cup) im Wetterteam. Er kennt das Revier hier in- und auswendig und kann mich mit seiner Erfahrung auch im mentalen Bereich optimal unterstützen.

No3
Übers Wochenende habe ich wieder fleissig trainiert, ca. 80 Girls segelten die "Pre-Worlds"-Regatta. Ich fokussierte mich vor allem auf die Starts, Platz finden, Platz halten und gut starten hiessen die Disziplinen. Platz finden war etwas heikel, ich war bei den ersten Starts etwas zu spät - man musste sich ca. 3.5min vor dem Start einreihen, wenn man am bevorzugten Ende starten wollte! Platz halten klappte ziemlich gut, ich hatte die Gelegenheit, einige Doppelwenden auf der Linie zu machen, was immer eine heikle Sache ist. In Sachen dichtnehmen/beschleunigen muss ich noch besser werden, denn wenn ich 4min 45sec hart gearbeitet habe dann will ich auch den Lohn dafür.

Ansonsten gabs einen netten Einblick in den Wind-Range hier in Takapuna, am Samstag hatten wir leichte Seabreeze mit 2-7kn und am Sonntag stark drehenden Südwestwind, ca. 2-15kn... Letzterer ist ablandig und deshalb sehr unberechenbar. Dazu kam viel Strömung, welche je nach Windrichtung (= je nach Dreher) entweder nützt oder bremst. Mit Seabreeze (Nordost), Südwestwind und Strömung ist auch während der WM mehrheitlich zu rechnen.

Nach einem weiteren Leichtwindtraining heute trainiere ich morgen und übermorgen ebenfalls. Am Freitag findet das Practice Race statt und am Sonntag geht der "Ernstkampf" los.

No2
Windguru sagte 2-4kn Wind aus allen Richtungen an, wir hatten jedoch ein super Training bei zuerst leichtem, dann aber mit Seabreeze bis zu 15kn auffrischendem Wind. Ich trainierte mit dem kanadischen Team, Speed Tests und kurze Races, bei denen wir uns an die Dreher etc. gewöhnen konnten. Danach waren wir noch schwimmen, das Wasser ist nicht gerade badewannenwarm aber doch angenehm.

Morgen und übermorgen findet hier eine "Pre-Worlds"-Regatta statt, ich werde die Gelegenheit nutzen und das trainieren, was man alleine nicht so gut kann - vor allem Starts.

Wermutstropfen des Tages ist, dass sich das Innere meines Kompasses selbstständig gemacht hat und nun frei in der Glaskugel herumschwirrt. Ich werde also schauen müssen, dass ich irgendwie zu einem neuen Kompass komme.

No1
Nach total ca. 21h Flugzeit (plus Flughafenaufenthalte) bin ich gestern Nachmittag in Auckland eingetroffen. Empfangen wurden wir freundlich mit 1h Schlangestehen an der Passkontrolle ("due to the arrival of flights out of schedule our immigration departement is very busy right now. thank you for your patience"). Dank dem kroatischen Team kam ich zu einer Gratis-Mitfahrgelegenheit vor die Clubhaustür in Takapuna, ca. 45min (inkl. stockendem Verkehr) nördlich von Auckland.

Heute hätten wir dann unsere Charterboote erhalten sollen, aber wen wunderts, der Container darf aus zolltechnischen Gründen noch nicht geöffnet werden. So werden dann morgen gegen Mittag ca. 50 Seglerinnen die Laser-Container stürmen... ich kann mich diesem Rush glücklicherweise entziehen, da ich den Laser einer Belgierin benutzen kann, die morgen nicht segelt. So kam ich auch bereits heute abend zu zwei Trainingsstündchen, nachdem die meisten um 16 Uhr zurück waren konnte ich mir ein Boot ausleihen. Mit 4-12kn und wenig Wellen waren die Bedingungen ideal für eine erste Runde auf dem Wasser und lieferten mir auch gleich die erste Seite Notizen zum Revier.

Wie auch schon gestern scheint heute die Sonne und es ist angenehm warm (ca. 25°C) aber nicht heiss. Vielleicht ist auch das ein Grund weshalb ich bisher den Jetlag praktisch nicht spüre, obwohl mit 12h Zeitverschiebung buchstäblich die Nacht zum Tag und der Tag zur Nacht wird.

Liebe Grüsse aus dem Kiwiland
Corinne