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15. - 22. März 2008

Finals

In der Finalphase dieser WM segelten wir in 2 Tagen noch programmgemässe 5 Läufe. Der Wind blieb instabil, drehend und mehrheitlich leicht - am letzten Tag frischte er auf schöne 10-15kn auf, jedoch erst gegen Ende des letzten Laufes. So war das Zurücksegeln zum Strand eine der schönsten Kreuzen in der vergangenen Woche (zum Beweis einige Bilder im Anhang).

Nachdem ich die Goldfleet, und damit die Chancen auf das Erreichen der Selektionslimite für die Olympischen Spiele, verpasst hatte, segelte ich die Finals zwar noch, aber das Herz war nicht mehr mit an Bord. Die gute Vorbereitungsphase für diese WM hatte mich positiv gestimmt, dementsprechend gross war die Enttäuschung nach den 5 Qualifikationsläufen, wovon ich nur gerade den ersten in der ersten Hälfte beenden konnte. Sicherlich war Takapuna ein sehr spezielles Revier, und offenbar erwischten wir dazu noch eine windtechnisch schwierige Woche. In der Schlussrangliste gab es somit einige Überraschungen, wie z.B. Singapur, das sich einen Startplatz für die Olympiade ergatterte (Segelnationen wie z.B. Dänemark gingen leer aus). Positiv für mich war, wie ich mich auf die einzelnen Läufe einstimmen konnte, dieser Eindruck bestätigte mir auch Aaron, mein Coach. Von ihm habe ich ebenfalls vieles gelernt, insbesondere seine Analysen des Reviers waren interessant, und seine Fähigkeit, die vielen Eindrücke eines Laufes auf einfache Faktoren herunterzubrechen.

Ich habe nun mein Programm für den nächsten Monat etwas angepasst, Anfangs April nehme ich an der Europacup-Regatta in Lugano teil und fahre dann nach Hyères um für die Semaine Olympice Française SOF zu trainieren, welche die letzte Möglichkeit ist, die Hürde des 13. Nationenrangs noch zu überspringen.

Day 4
Auch heute morgen ging es mit Warten los, bis wir um 10 Uhr auslaufen konnten. Wir starteten bei 3-5kn Suedwestwind, sehr drehend und instabil. Ich war von Beginn weg im Feld dabei, jedoch eher im hinteren Teil. Auf der 2. Kreuz und dem 2. Vorwind sah ich einige Boen vor der Konkurrenz und ueberholte ein paar Boote, konnte an der Leeboje aber nicht den ganzen Vorsprung mitnehmen. Es reichte knapp nicht fuer die erste Haelfte, Rang 32.

Der 2. Lauf wurde 3 mal gestartet, der Wind drehte immer weiter nach links und das Komitee musste Linie und Kurs anpassen. Die Startlinie war denn auch noch immer links bevorzugt, ich startete links von der Mitte, jedoch nicht sehr gut, da ich wegen einem weiteren Linksdreher nicht mehr ganz an die Linie kam. Nach dem Start kam dann der grosse Rechtsdreher, und somit waren die Boote von beiden Seiten praktisch vorbeigefahren. Ich versuchte, mit den Winddrehern noch einige Plaetze gutzumachen, war aber dabei nicht sehr erfolgreich, es fehlte mir an Bootsspeed und dem noetigen Glueck - auf dem letzten Vorwind hatten die Boote neben mir eine kleine Windstraehne, die die 5 Meter zu mir leider nicht schaffte (resp. weg war, als ich die 5m geschafft hatte). Der Wind wurde zudem immer schwaecher, wir beendeten den Lauf mehr mit Stroemung als mit Wind.

Bad news also, die Qualifikation ist abgeschlossen und auch wenn die Resultate noch nicht aktualisiert sind, werde ich die Goldfleet nicht schaffen. Morgen stehen wieder 3 Laeufe auf dem Programm, der angesagte Wind ist 5-10kn Ostwind.

Day 3
Nach 3-stündigem Warten konnten wir heute bei leichter Seabreeze bis 5kn einen Lauf segeln. Ich war wiederum in der blauen Gruppe und somit 2. Start. Am bevorzugten Lee-Ende der Linie startete ich zwischen den Nummern 7 und 8 der Weltrangliste, fiel jedoch hinter Sari, welche im Lee von mir startete, zurück. Dennoch konnte ich auf der linken Seite von etwas mehr Druck profitieren und war an der Luvtonne in den top 15. Auf dem Vorwind entschied ich mich für die rechte Kursseite, was zuerst gut war, jedoch kam der Wind gegen Ende eher von links. Deshalb fuhr ich auf der 2. Kreuz in diese Richtung raus, jedoch wurde der Wind immer schwächer und entgegen der Logik (Thermik dreht auf der Südhalbkugel mit dem Sonnenverlauf gegen links) kam der Druck von der rechten Seite wieder. Bei minimalstem Wind (ca. 3kn) ist dies dementsprechend verheerend, da hilft es auch nicht, dass zu diesem Zeitpunkt die Weltranglisten-Nr. 7 (der Start lässt grüssen) ebenfalls in der linken Ecke hockte. Endresultat 43. ist natürlich nicht nach meinem Geschmack. Das Gute an der ganzen Geschichte ist, dass mangels Wind (resp. mangels erkennbarer Windrichtung, da gegen Abend die Südwest-Thermik von der anderen Inselseite übers Land kletterte und sich mit unserer Nordost-Thermik nicht so gut verstand) kein 2. Lauf gesegelt werden konnte und somit morgen die Qualifikation fortgesetzt wird - mit 3(!) Läufen. Gelegenheit, das fertig zu segeln was ich heute angefangen hatte, der Ansatz war gut :-)

Um mich vom "Sitzkrampf" etwas zu erholen war ich nach Abbruch der Regatten noch ein Halbstündchen schwimmen, nun werde ich zurück in meine Unterkunft radeln, da morgen um 10 Uhr erster Start ist gibts eine frühe Tagwache.

Day 2

Mit 2 Läufen bei ca. 15kn Südwind konnte hier in Takapuna endlich gesegelt werden. Nach 2 Massenfrühstarts der gelben Gruppe starteten wir kurz vor 12 unseren ersten Lauf. Ich startete gut und konnte von Beginn weg mit den Winddrehern spielen. Die Luvboje rundete ich als 7., verlor jedoch auf dem Vorwind einen Platz und etwas Distanz. Auf der 2. Kreuz konnte ich mich gemeinsam mit 3 weiteren Booten wieder etwas vom Feld absetzten, rundete jedoch die Leeboje als letzte der 4 und 11 overall. Auf dem Halb- und Vorwind konnte ich noch je einen Platz gewinnen und beendete den Lauf als 9.

Beim 2. Lauf gelang mir der Start überhaupt nicht, 2. Reihe und damit viele Abwinde. Auch in den ersten Minuten nach dem Start konnte ich mich nicht richtig freisegeln, und so dauerte es mit sehr viel Mühe (dort eine Böe, da ein Dreher - und immer versuchen, freien Wind zu erhalten) eine volle Runde, bis ich mich in die 1. Hälfte vorgearbeitet hatte. Danach folgte eine unglückliche Episode mit einem Juryboot, das mir die gelbe Flagge zeigte, wie sich jedoch herausstellte (leider hatte ich bis dahin schon einen Strafkringel gedreht) galt die Flagge der Belgierin im Lee von mir. Etwas deutlichere Kommunikation wäre wünschenswert. Auf dem Vorwind holte ich das Optimum aus den Wellen raus, um die verlorenen Plätze gutzumachen, und rundete im Lee gleich hinter einer Gruppe von ca. 12 Booten. Bei der Halse verklemmte sich aber die Grosschot in einer Rolle, so dass ich auf dem abschliessenden Halbwind noch einen Aufschiesser machen musste, um die Schot freizubekommen. Schlussrang 34.

So schaue ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf diesen Tag zurück, was jedoch zählt ist der Blick nach vorne, denn falls morgen die geplanten 2 Läufe gesegelt werden, ist die Qualifikation damit abgeschlossen und das Feld wird in Gold- und Silberfleet geteilt. Nebst der Qualifikation für die Goldfleet will ich mir eine möglichst gute Ausgangslage für die Finals schaffen. Game on tomorrow!

Day 1

Kein Lauf heute. Während 7h auf dem Wasser erlebten wir von 15kn Südostwind (beim Auswassern, die Prognose waren 20kn aus dieser Richtung gewesen) über 2-5kn Süd, Nordost bis zu Nordwest so ziemlich alles. Leider hielt nichts wirklich lange, so dass man dem Komitee keinen wirklichen Vorwurf machen kann. Zu spät (um ca. 17.15) kam dann nochmals ein Südostwind auf, jedoch auch "nur" ca. 5-8kn und nicht sehr stabil.

Die Action des Tages gabs beim Auswassern, da trotz dem leichten Wind Brecher auf den flachen Strand zurollten gingen einige Seglerinnen und Boote unfreiwillig baden oder stranden. Ich brachte meinen Charter heil an Land, musste dazu aber einen herrenlos auf mich zurauschenden Laser abfangen (während ich mit der anderen Hand versuchte, mein Boot vor demselben Schicksal zu bewahren...).

Offenbar gibt es hier in Auckland 2 Sprichworte, die den heutigen Tag zutreffend beschreiben.
- "If you don't like the weather, just wait 1 hour" - falls du das Wetter hier nicht magst, warte einfach eine Stunde
- "Hurry up - to wait" - beeil dich zu warten

Obwohl ich mich mindestens 25mal an-/aus-/umgezogen habe :-) war dieser Tag für mich positiv, da es mir gelungen ist, über die ganze Zeit die Konzentration und Energie so zu halten, dass ich für einen Lauf ready gewesen wäre. Sobald es irgendwo Wind gab, war ich bei den Ersten, die das Lüftchen austesteten und hatte somit immer eine ziemlich gute (so gut als hier möglich) Idee, was da im Kommen war.

Den Wetterbericht für morgen kenne ich noch nicht, in Anbetracht dessen, dass er nicht mal für einen Tag stimmt, ist es dafür morgen noch früh genug. Oder wie Jo, Lokalmatadorin und Nr. 1 der Weltrangliste gesagt hat: "I think it’s great to have the Worlds here in Auckland, as it should be great to finally have some hometown advantage - although with Auckland weather you never really know what will happen anyway."

Morgen werden wir mehr wissen - und hoffentlich endlich die ersten Regatten dieser WM segeln!